Der Tag beginnt und endet.
Dazwischen schreibe ich.
Also immer!






























7. Dezember 2017:
zwei Paar Schuhe



Die Theorie lebt ja grundsätzlich von der Praxis. Als fleißige Schülerin im Projekt „One-Way-Ticket in Richtung Heilung“ steht diesbezüglich die erste große Klassenarbeit an, um genau das zu lernen: in Form eines kleinen Fieberschubs …



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©Rüdiger Lutz Fotografie



Bei so vielen neuen Lehrfächern kommt man als Schüler schon auch mal ins Straucheln. Bis in Fleisch und Blut übergegangen ist, wie nun alles geht, kann es dauern. Daher gibt es zwischendurch Klassenarbeiten. Die zeigen dir deinen aktuellen Status. Meine erste große Klassenarbeit lautet: Theorie und Praxis sind zwei Paar Schuhe.

Dass die Praxis eindeutig hinterherhinkt und auch angegangen werden will, zeigt mir ein kleiner, unsichtbarer Fieberschub. Heißt, es fühlt sich an wie Fieber, ohne echtes Fieber zu sein…



Vorspielung falscher Tatsachen


Mein Körper hat’s voll drauf. Er spielt mir Fieber vor, dabei hat er gar keines. Egal wie, mir geht’s ziemlich mies. Komme kaum vom Sofa hoch vor Schwäche, meine Augen brennen, das Gesicht glüht. Natürlich ist mir sofort klar, wer hier wieder seine Finger im Spiel hat: Nervensäge Störer. HIER kannst du lesen, was ich damit meine.

Schritt eins zur Fiebersenkung habe ich mit dieser Erkenntnis bereits eingeleitet. Damit die sich auch vollziehen kann, muss ich nur noch die Zusammenhänge blicken. Das Klopfen zeigte sich bisher immer noch als das beste Mittel der Wahl, eigenhändig auf die Ursache eines Problems zu kommen. Vor allem eines körperlichen. Das hat übrigens immer eine tiefer liegende Ursache. Erkennst du die, verschwindet auch das Symptom wieder. Frank erklärt dir das noch mal in diesem VIDEO.

Frau Doktor Uli macht sich ergo auf Spurensuche. Dauert dieses Mal lange drei Tage, so gut hat sich die versteckt. Dank meiner neuerdings bombenstarken Willenskraft bleibe ich hartnäckig wie geduldig am Ball. Am Morgen des vierten „Fieber-das-doch-keines-ist-Tages“ komme ich endlich auf den Trichter. 



Nur über die Dinge nachdenken ist wie aus einem leeren Glas trinken wollen: 
völlig inhaltslos


Als Kopfmensch bin ich es gewohnt, tausend Einzelheiten auf einmal analysieren zu können. Diese in ihre Teile zu zerlegen, zu bewerten, neu zusammenzusetzen. Ganz schwach dagegen bin ich in der Disziplin Praxis. Man nennt das auch Umsetzung. Beste Angriffsfläche für die Nervensäge, die mich mit dem komischen Fieber, das gar keines ist, wieder vom Weg abbringen will. Ist der Nervensäge früher immer gelungen. Nur heute nicht. Denn ich kapiere, dass es lediglich um eine simple Sache (Ursache) geht, die sich Praxisumsetzung nennt.

Jeden Tag bin ich als motivierte Schülerin, die vom Erstklässler inzwischen in die fünfte Klasse aufgerückt ist, am Lernen. Mehr theoretisch als praktisch. Damit sich Gewohnheiten langfristig ändern, müssen sie allerdings auch praktisch angegangen werden. Immer und immer wieder. Bis sie die alten Gewohnheiten wie ganz selbstverständlich ersetzen. Okay, hab’s endlich kapiert. Neues lernen nebst allen dabei einhergehenden Aha-Effekten nützen nur so viel, wie dass sie praktisch in die Tat umgesetzt werden. 



Fieber-Symptom verschwunden – nach nicht mal einer Stunde


Auch ohne Praxis hat hier allein die Erleuchtung dieses Tatbestands ausgereicht, das Symptom in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Damit es dort bleibt, sollte ich jetzt wohl mein Versprechen einlösen. Hab meiner Kompanie hoch und heilig versprochen, dass die Theorie endlich praktisch wird. Ich plane also erst mal die nächsten Tage völlig um, streiche so einiges an Aufgaben und halte dies schriftlich fest. Ist immer gut, damit man sich nicht wieder selbst austrickst. Ich für meinen Teil hatte mich total übernommen. Dachte, ich kann das tiefgreifende One-Way-Ticket-Projekt bestreiten und gleichzeitig genauso tiefgreifend mein Unternehmen umkrempeln. War ein bissel zu viel der Willenskraft. Ich werde pingelig darauf achten, den geplanten neuen Tagesablauf exakt einzuhalten und mich von der Nervensäge nicht darin beeinflussen lassen. Versprochen ist versprochen.



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