Der Tag beginnt und endet.
Dazwischen schreibe ich.
Also immer!






























12. Dezember 2017:
Superwoman



So viele Herausforderungen und alle an nur einem einzigen Tag? Schnell streife ich mir mein Superwoman-Kostüm über und besinne mich auf mein neues Lebensmotto: "Ich schaff das" …



Experimente28.jpg

©Rüdiger Lutz Fotografie



Ich wache auf und mein erster Gedanke: doofer Frank! Hä? Ich komm nicht mit. Erst mal aufstehen, frühstücken und meine scheinbar des Nachts abhanden gekommenen Sinne sortieren. Gegen zehn Uhr bin ich immer noch wütend auf ihn. Warum, weiß ich so genau nicht. Finde aber, dass zumindest er das wissen sollte. Ich rufe ihn gleich mal an.

Eine halbe Stunde später hat’s geschnackelt und wir rausgefunden, was mich da gerade reitet. Also schnell mal geklopft, denn dahinter verbirgt sich wie immer ein kleiner Konflikt, der mit Frank natürlich nichts zu tun hat. Ähnlich wie bei den Symptomen. Die haben ja auch stets eine tiefer liegende Ursache. Mittendrin im Geschehen überkommt mich wieder mal eine sensationelle Erhellung. Die ist so wichtig, dass ich ganz aufgeregt bin vor Freude. Schnell aufschreiben, damit die Nervensäge nicht irgendwann wieder behaupten kann, sie wüsste von nix. Beweise zu schaffen, hasst sie nämlich. Notizen Schwarz auf Weiß sind astreine Beweise. Ätsch!



Mein Job und das Klopfen


Mein Beruf ist das Schreiben und Ideen aushecken. Ich verbringe meine Tage damit, für meine Kunden Marketing-Konzepte nebst den passenden Texten zu kreieren. Trotz bereits tausendfachen Ideen-Ausspuckens fällt mir immer noch was Neues ein. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Stecke ich länger als drei Tage an einer Idee fest, ist irgendwas faul. So, wie heute. Da die Zeit ein bissel drückt, überlege ich, wo ich zum Henker einen Knick in der Logik habe.  Irgendwo muss einer sein, sonst hätte ich meine Idee längst formulieren können. 

Da überkommt mich unverhofft der Geistesblitz, diese kreative Blockade zu klopfen. Meine Experimentierfreude bricht wieder durch. Also klopfe ich. Es dauert nur 10 Minuten und ich weiß sofort, wo ich bei diesem Projekt auf dem Schlauch stehe. Nebenbei spuken mir sogar schon erste passende Textpassagen durch den Kopf. Ich bin baff. Das Klopfen als kreatives Instrument beim kreativen Arbeiten. Muss ich mir merken!



Der Tag ist noch lang  


Ich gehe zu Bett. Dass der „Tag“ für mich heute zwangsweise verlängert werden soll, kann ich da nicht ahnen. Eine Aufgabe gibt es noch zu lösen, findet mein Inneres. Wo ich heute so schön in Fahrt war mit Herausforderungen. Och nö, kann das nicht bis morgen warten? Kann es nicht!

Meine Blase gibt mir das unmissverständlich zu verstehen und schickt mich alle 10 Minuten zum Pipi-Machen. Das gibt’s doch einfach nicht?! Was ist jetzt kaputt? Schlafen ist nicht, im Hause Uli findet ein Wandertag statt: Ich wandere dauernd aufs Klo. Leg mich hin, stehe erneut auf und wandere wieder. So geht das nonstop, bis ich gegen ein Uhr in der Nacht entnervt aufgebe und ins Wohnzimmer tapse. Dass die Nervensäge  nicht mal nachts Ruhe gibt, macht mich wütend. Außerdem bin ich hundemüde. Was tun? Na, was wohl. Eine weitere Runde klopfen.



Schlaf, Uli, schlaf!


Gegen zwei Uhr haben wir es endlich geschafft. Meine Blase hat nun keine Lust mehr auf Wandertag. Was genau hinter dieser Sache heute Nacht an Konflikt stand und sich über die Blase äußerte, kann ich dir leider nicht mehr sagen. Meine schriftliche Beweisführung musste wegen akuter Übermüdung ausfallen. Gute Nacht!



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