Der Tag beginnt und endet.
Dazwischen schreibe ich.
Also immer!






























26. November 2017:
Nächtlicher Spuk



Rüdi und seine Buchhaltung. Zwei Dinge, die nicht zusammenpassen wollen. Ich versuche das Chaos zu bändigen, Rüdi mitsamt der Buchhaltung irgendwie zu retten. Endet damit, dass es in unserem Schlafzimmer plötzlich spukt …



Experiment24.jpg

©Pixabay, Alexas_Fotos



Es gibt Menschen, die bezüglich Büro-Administration und Buchhaltung unfassbar strukturiert sind. Richtige Organisations-Struktur-Freaks, die nichts mehr hassen als blankes Chaos. Gäbe es einen Verein dafür, wäre ich die Vorsitzende. Die krassen Gegensätze dazu sind die Groß-Chaoten. Zu erkennen an der interessanten Landschaft auf ihrem Schreibtisch. Rüdi ist deren Vorsitzender. Zwei Gegensätze, die im heimischen Büro regelmäßig aufeinanderprallen. Ist immer sehr lustig.

Dieses Wochenende hat sich der Chaot aufgerafft, sich endlich um seine Buchhaltung zu kümmern. Zwangsweise. Herr Steuerberater verlangt eine Million Auskünfte und Belege, die der Fertigstellung des Jahresabschlusses dienen sollen. Ich höre ihn fluchen. Erst leise, dann unsagbar laut. Zeit also für die Struktur-Fee, helfend einzugreifen. Wo das Chaos aber erst mal eine gewisse Grenze überschritten hat, kann selbst die wenig ausrichten. Ich versuche es trotzdem. Wie das so ist, wenn man die Realität nicht einsehen und lieber mit dem Kopf durch eine Wand will, kriegt man Kopfschmerzen. 



Kurz vor dem Spuk


Da ich trotz mehrfacher Versuche nicht durch die Wand des Chaos gelangen kann, lege ich mich ins Bett. Aua. Ich kann mich da so richtig reinsteigern, weil mich dieses Chaos komplett aus der Bahn wirft. Es muss beseitigt werden, unbedingt! Dabei ist es ja Rüdis Chaos und nicht meines. Ändert nichts an der Tatsache. Genau deswegen habe ich jetzt auch Kopfweh. Rüdi dagegen keines. Irgendwas läuft da falsch, stelle ich am Ende des Tages fest. Zumindest eine Erkenntnis. Die soll ja der Weg zur Besserung sein. Lerneffekt: Locker bleiben, vor allem bei Dingen, die gar nicht in meiner Verantwortung liegen. Rüdi macht vor, wie das geht. Seine Buchhaltung gelangt immer irgendwie zum Steuerberater. Es geht ergo auch ohne Reinsteigern und sogar mit Chaos der Windstärke 10. Das nächste Mal will ich es genau so machen. Kleine Erkenntnis, megawichtig für den weiteren Prozess. Ich mal wieder sehr stolz auf mich.



Vorhang auf für die Gespenster


Als ich mit meinem Aua-Kopf so im Bett liege, freue ich mich über diesen Aha-Effekt. Der ist meinen Schmerzen allerdings egal. Wenn sie mal in Fahrt kommen wollen, bremst die auch kein Aha mehr aus. So die bisherige Erfahrung. Vielleicht dennoch `ne kurze Runde Klopfen? Man weiß ja nie. Ich befinde mich schließlich auf Entdeckungsreise. Da will ich keine Entdeckung vorab ausschließen. Okay, ich klopfe. Wenn ich nur nicht schon so hundemüde wäre. Fast schon im Schlaf-Koma. In dem Zustand ist man viel zu faul, noch irgendwas zu bewegen. Also bastle ich mir den zu klopfenden Satz gedanklich zurecht und will mal probieren, ob ich auch ohne Klopfen klopfen kann. Mit rein imaginärer Vorstellungskraft. Der Praxistest scheitert an dem Umstand, dass ich einschlafe, bevor ich damit loslegen kann.

Eine Stunde später wache ich auf. Hä? Was jetzt los? Ich bin mir sicher, soeben geklopft zu haben. Richtig geklopft. Mit meinen Fingern und so. Genauso sicher bin ich mir bezüglich des Umstandes, im Land des Schlafes zugegen gewesen zu sein. Die nächste Erkenntnis bringt den Spuk ans Tageslicht: Ich kann im Traum vollenden, was ich mir im Wachzustand vornehme. Krass! Das Klopfen einfach geträumt statt real ausgeführt, Kopfschmerzen weg. Schnellste Spontanheilung ever. So kann’s weitergehen im Abenteuer-Entdeckungs-Programm. Solche tollen Geister sind dabei immer willkommen …   



< Zurück



empty