Die Sonne geht auf und wieder unter.

 

Dazwischen schreibe ich. Also immer.
















Unser Ortsschild-First Date - alles andere als normal


Bezüglich Mann und Frau gibt es in allen Lebenslagen sehr viele Unterschiede, beispielsweise stehend bzw. sitzend pinkeln gehen. Auch im Falle der allerersten Sekunden eines Kennenlernens unterscheidet sich einiges. Meine Gedanken dabei sind: „Wow, ist der süß!“, während ein ganzer Mann wie Rüdi natürlich denkt: „Alter, sieht die gut aus!“. Beides drückt inhaltlich in etwa das Gleiche aus.



Wir stellen genauso einhellig fest, dass es doch ziemlich kalt ist an diesem heutigen 13. Februar. Vielleicht sollten wir das Gespräch lieber in seinem Auto fortsetzen? Dass unser Ortsschild-Check hiermit positiv ausgefallen ist, entbehrt jeglicher Worte.  Rüdi darf also noch ein bisschen am Ortsschild bleiben. Was nun folgt, kennt die Menschheit normalerweise bei übermäßigem Genuss alkoholischer Getränke: den so genannten Filmriss. Meiner reißt auch – ohne einen Tropfen Alkohol. 170 Zentimeter Rüdi live reichen völlig. Die ersten 30 Minuten unseres Gespräches sind mir komplett verloren gegangen. Was für mich eindeutig besser ist, vermutlich habe ich mich bis auf die Knochen blamiert. Denn da war ja auch noch die Sache mit der Taktik. Ich habe verflucht noch mal keine! Und so erwäge ich als einzig übrig gebliebene Alternative, ehrlich frisch raus sofort zu gestehen, dass ich ein bisschen verrückt bin. Also nicht normal halt. Wenn Rüdi diese Tatsache übersteht und mich danach weiterhin freundlich anlächelt, stehen die Chancen gut, weiter in seinem Auto sitzen bleiben zu dürfen.

Nach plötzlichem Erwachen aus meinem Filmriss schaue ich vorsichtig nach links. Meine Augen erblicken: einen von Herzen lächelnden Rüdi. Wow, ich bin baff. Er mag mich tatsächlich noch und schaut mich verständnisvoll an. Wobei er bis zu diesem Zeitpunkt kaum etwas verstanden hat. Was ihm nicht zu verdenken ist, da meine Erklärungen aufgrund der vielen Amor-Pfeile schon arg seltsam waren. Darunter könnte man sich nun alles und nichts vorstellen. Dass Rüdi sich nicht vorstellte, lieber ganz schnell diesen Tatort hier zu verlassen, verwundert mich sehr. Da ihn aber doch schon immens diese Pfeile im Griff haben, spielen sich bei ihm völlig andere Dinge im Oberstübchen ab: „Herrschaftszeiten, was für eine Wahnsinns-Frau! Vertraut mir, einem Fremden, offen und ehrlich so etwas gleich an. Sag jetzt bloß nichts Falsches, damit sie nicht sofort die Flucht ergreift!“ Ist das nicht goldig? Der Rüdi hat Angst. DER RÜDI!!!! Dass ich abhaue, weil er vielleicht auf mein persönliches Anfangsgeständnis nicht die richtigen Worte findet. Rüdi hat bisher wenig Erfahrung mit angstgeplagten Damen mittleren Alters gesammelt und ist daher kurzzeitig überfordert. Wie geht man mit solchen Geschöpfen um? Was sagt man und was wiederum lieber nicht? Verkehrte Welt, ne? Wenn jemand Angst haben muss vor Flucht des Gegenübers, dann ja wohl ich. Schließlich bin ich so bekloppt, einem Fremden gleich schonungslos meine Handicaps in den ersten Minuten unseres Treffens zu gestehen. Handicaps, mit denen ein normaler Mensch null anfangen kann und sich daher kaum eignen, um das Herz eines Mannes zu erobern. Männer erobert man mit einem knapp sitzenden Rock, Feinstrümpfen und hohen Hacken an den Fersen. Ein kleiner Einblick in den Ausschnitt schadet zusätzlich ebenso nicht.

„Hahahahaha!“, lacht es derweil schallend von oben zu uns herab. Rüdi hat es bestimmt auch gehört. Der liebe Gott im Himmel schüttelt lachend den Kopf. „Kinder, Kinder, macht euch doch keinen Kopf. Was ich von langer Hand zusammenführe, ergreift keine Fluchten. Also entspannt euch endlich!“ Warum hast du mir das nicht früher, gesagt, hä? Ich hätte mir dadurch enorm viel Adrenalin gespart. Nerven obendrein! Rüdis Kaffeevorrat wäre zudem nicht innerhalb von 24 Stunden auf Notfallration geschrumpft.

Ich fasse die Geschehnisse der letzten halben Stunde in Kurzversion zusammen: „Ach, ist der süß!“ bzw. „Alter, sieht die gut aus!“, zitternde Finger, Geständnis ohne jegliche Taktik, Aufwachen nach Filmriss, ein Lachen vom Himmel. Es könnte jetzt also fast romantisch werden nach Abhaken all dieser aufregenden Dinge, würde sich nicht schrecklich meine Blase zu Wort melden.


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Taschenbuch: 128 Seiten
Autorin: Ulrike Parthen
Verlag: Books on Demand; Auflage: 2 (16.1.2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3738627398
Preis Taschenbuch: 9,90 Euro
Preis Kindle-Edition: 4,99 Euro



Auszug aus den Rezensionen:



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