Der Tag beginnt und endet.
Dazwischen schreibe ich.
Also immer!






























19. November 2017:
Erstklässler



Seit einer Woche bin ich offiziell Erstklässler. Von meinen beiden Lehrern habe ich spannende „Gesund-werden“-Hausaufgaben aufbekommen. Dazu überreichten sie mir eine kreative Bastelanleitung, extra gemacht für Erstklässler. An Tag 8 feiere ich den ersten Erstklässler-Erfolg. Ich, stolz wie Bolle!



Experiment23.jpg

©Rüdiger Lutz Fotografie



Im Gegensatz zu früher machen mir diese Hausaufgaben einen Heiden-Spaß. Fühlt sich an wie ein Abenteuer, auf dem es Spannendes zu entdecken gibt. Durchblick-Faktor in den ersten Tagen: naja, allenfalls neblig würde ich sagen. Davon lasse ich mir die Experimentier-Laune nicht nehmen. Meiner Bastelanleitung zur Folge ist ja auch genau das Sinn der Sache: nix vorgefertigt überstülpen. Nö, ich soll beim Basteln meinen eigenen Weg finden. Also bastle ich fleißig wie hartnäckig weiter. Bis an Tag 8 der erste Durchbruch gelingt, auch praktische Erfahrung genannt. Die brauche ich laut Silke und Frank unbedingt, da es wichtig ist, die Dinge selbst herauszufinden und zu erfahren. Sie schubsen mich lediglich an und passen dabei auf, dass ich beim Entdecken nicht aus Versehen wieder auf die dusslige Umleitung gerate. 



Richtig fühlt sich wie an?
Na, so richtig richtig halt!


Beim Herumtesten plappert mir dauernd der schräge Vogel ins Ohr. Der allseits bekannte Zweifler und argwöhnischer Beobachter. „Ob das wohl klappt?“, „Ob du das wirklich richtig machst?“, „Ob das nicht alles völliger Blödsinn ist?“. Ich höre mir sein Gezwitscher zwar an, schalte aber so gut es geht auf Durchzug. Hey, lieber Vogel, ich bin Erstklässler. Woher soll ich all das wissen, hä? Ich erinnere mich indes zurück in Richtung Kindheit als ich ungefähr 7 Jahre alt war. Damals habe ich mich solchen Quatsch nie gefragt. Man entdeckt einfach die Welt und fertig. Ohne Erwartung oder Wertung. Ich habe dem Vögelchen befohlen, jetzt einfach mal den Schnabel zu halten. Dann ist Uli wie damals als entdeckerfreudiges Mädchen weitermarschiert in ihrem Abenteuer.

Siehe da: Dank meiner spielerischen Hartnäckigkeit weiß ich nun, wie sich „richtig“ bei diesem Abenteuer exakt anfühlt: innendrin ganz doll emotional und richtig halt. Kann ich dir nicht erklären, du musst das fühlen. Wie ein Lichtschalter. So lange er aus ist, bewege ich mich in einer Art belangloser Neutralität ohne nennenswerte Gefühlsregung. In diesem Zustand regiert eher der Kopf, zusammen mit dem schrägen Vogel. Lichtschalter an und in mir kriegen die Emotionen plötzlich Flügel. Herrlich! Durch diese Erfahrung positiv gestärkt, geht’s in die nächste Runde. Mehr dazu im nachfolgenden Beitrag.



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