Der Tag beginnt und endet.
Dazwischen schreibe ich.
Also immer!






























Was du von ganzen Kerlen wie diesen für dein Leben lernen kannst


Was tun bei Panikattacken

©Heinz von Heydenaber

Mit 13 ist alles anders. Da kommt man beispielsweise auf die Idee, sich die Kinderzimmerwände mit langhaarigen britischen Männern zu tapezieren. Chris Norman von links, rechts, vorne und hinten – überall. Meine Eltern litten mit. Ich bin, Musik betreffend, aber schon immer flexibel gewesen. Von jetzt auf gleich war er weg, der Chris. Zack, abgehängt. Ist ja selbst schuld, wenn er die Band einfach auflöst. Danach hing der Wolfgang dort. Den Niedecken meine ich. Die Smokie-Phase ging bei mir quasi nahtlos in die BAP-Phase über.



Das alles können mir Markus, Tilly und Stefan sicher noch verzeihen. Wenn sie aber erfahren, welchen musikalischen Reizen ich ab 18 erlegen bin, ist der Ofen aus.

Ich wage es kaum auszusprechen. Soll ich echt? Okay, ich muss wohl: Kuschelrock, uaahh. Bis Ausgabe 15 hielt ich tapfer durch, dann sagte ich dem Schnulz schwungvoll adieu, indem ich alle CDs verschrottete. Damit begann meine musikleere Zeit: Ich kuschelte fortan einfach ohne Kuschelrock und hatte anständige Bilder an den Wänden hängen. Kurz vor meinem 49. Geburtstag ändert sich alles. Eine neue Musikära bricht an. Ich stoße auf Bowmen.



Markus Escher

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©Chris Zimmermann

Christian "Tilly" Klaus

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©Jens Haase

Stefan Pfaffinger

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©Jens Haase



So genau habe ich mit den drei Bowmen darüber zwar noch nicht gesprochen, bin mir aber sicher, dass deren jugendliche Phase eher in Richtung Led Zeppelin ging. Klar, was auch sonst bei Buben, die einmal ganze Kerle werden wollen. Markus hatte dazu die Gitarre in der Hand. Tilly wiederum seine Schlagzeug-Sticks. Ich bin sehr stolz, heute mit diesem Fachbegriff aufwarten zu können. Nicht selbstverständlich für eine, die von Smokie-BAP-Kuschelrock geprägt wurde. Stefan wiederum war seinerzeit schon sehr viel weiter und altersmäßig bereits in Stufe zwei des „Ganze-Kerle-Status“ vorgerückt. Das wussten die alle aber voneinander nicht, weil sie sich erst Jahrzehnte später über die Füße gestolpert sind. Exakt zu dem Zeitpunkt, als die Zeit für das Projekt „Wir machen jetzt nur noch unser Ding“ reif war. Perfektes Timing, würde ich sagen.



Die Zeitraffer-Maschine kurz angeworfen!


An der Stelle muss ich der Geschichte eine drastische Straffung zukommen lassen. Sonst gelangen wir ja nie zum Happyend und auch nicht zum Kernpunkt der Sache, die da lautet: Warum du von diesen Rock-Burschen was fürs Leben lernen kannst.

Wir erwarten ja immer schrecklich viel von diesem Leben. Perfekt zu sein, wäre zum Beispiel prima. Immer allerbeste Laune, alles super hinkriegen, überall gut angesehen sein und solche Dinge. Ein Träumchen, oder? Dafür verbiegen wir uns dann und wann mehr oder weniger, sonst geht das ja nicht. Seit Bowmen ganze Kerle sind und in 2015 zueinander gefunden haben, können sie darüber nur lachen. Tilly am lautesten von allen. Er findet heute sogar toll, dass er wie wir alle an manchen Tagen eben schlecht drauf ist. Auch dann fühlt er sich happy. So gesehen, macht er alles richtig. Das Leben wird dadurch doch gleich viel einfacher und wertvoller.



Rockige Klänge, hinter denen zarte (Unter-)Töne schlummern


An meine Ohren ertönen fremde Klänge - ziemlich rockige. Sind die gar nicht gewohnt. Als Neuling dieser Musikrichtung hatte ich bisher das leichtsinnige Vorurteil, dass diese ganzen Rocker halt einfach irgendwas Nichtssagendes ins Mikro brüllen. Hauptsache so laut als möglich. Da hat mir Markus aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Erstens singt er wunderschön. Zweitens schreibt er wunderschön tiefgehende Texte. Tilly kann übrigens, außer mit den Sticks super zu hantieren, auch toll singen. Und Stefan erst! Kein Wunder, er ist ja auch der Fels in der Brandung. Die Ruhe weg. Irgendwas, das ihn umhauen könnte? Nö! Wo Stefan zugegen ist, herrscht allseits Gelassenheit.

Und so machen die drei seit 2015 einfach ihr Ding. Das also, was ihnen musikmäßig am meisten Spaß macht – mit Menschen, mit denen man Spaß haben kann. Klappt nur, wenn man sich blind versteht und vertraut. Sie schreiben und komponieren alle Titel selbst, die von Gefühlen, den Irrwegen im Leben oder auch mal von Themen wie Rassismus handeln. Keiner von ihnen verbiegt sich mehr, alle zeigen sich so, wie sie sind. Richtig echt. Das machen die jetzt immer so. Ein bisschen crazy sind sie übrigens auch. Und cool. Und authentisch halt. Guckt hier (auf Video klicken):





"Echt sein" finde ich noch viel besser als den Chris Norman


Ich hab’s ein bisschen mit dem Echt-Sein. Meine Antennen sind darauf programmiert. Sobald irgendwo ein „echter“ Mensch auftaucht, fangen die zu vibrieren an. Bei Bowmen haben sie fast durchgedreht. Was soll ich machen. Also schnell den Markus angerufen, ihm überschwänglich von meinen Antennen erzählt und dass die sie entdeckt hätten. Immer, wenn das passiert, muss ich schreiben – unbedingt. Die Finger jucken dann wie verrückt. Markus hielt mich glücklicherweise nicht für irre, als ich ihm die Folge all dieser Umstände mitteilte: „Ich will eine Story über euch machen!“  



Wie du lesen kannst, befinden wir uns bereits mittendrin. Der beste Zeitpunkt, dir meinen Lieblings-Song des Bowmen Debüt-Albums zu verraten. Links siehst du das Werk - ist in allen gängigen Download- und Streamingportalen erhältlich. Bei Titel 8 wirst du fündig: „Black Rain“. Aber Achtung: Markus’ tiefe Stimme am Anfang geht durch Mark und Bein. Mir zumindest hat er damit Gänsehaut verpasst. Von wegen, Rockmusiker brüllen nur ins Mikro. Das hat echte Klasse – und alles andere auf dem Album auch. HIER kannst du mehr über die drei sympathischen Jungs und ihre Musik erfahren. 


Achtung, Achtung! Persönliche Mitteilung an das Bowmen-Management, Bereich Fanartikel. Ihr habt was Wichtiges vergessen … im Bowmen-Shop: WO SIND DIE POSTER?  





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