Der Tag beginnt und endet.
Dazwischen schreibe ich.
Also immer!






























9. Dezember 2017:
Aufstand



An manchen Tagen muss man einfach mal einen Aufstand anzetteln. Ich habe mir dafür den heutigen Samstag rausgesucht, den zweiten im Advent. Rüdi begleitet mich bei meinem Vorhaben. Als Aufpasser und Zeuge …



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©Rüdiger Lutz Fotografie



An einem Samstagnachmittag im Advent kannst du von einem ausgehen: Die Einkaufsläden sind voll. Stress und Menschenmassen, wohin du auch schaust. Daher gehe ich an derlei Tagen ganz sicher nicht außer Haus. Meine Angst hat was dagegen. Wegen der Gefahren da draußen. Je mehr Menschen, umso gefährlicher, sagt die Nervensäge.

Das läuft nun seit Jahrzehnten so, ist in meinem Kopf, meiner Vorstellung quasi abhandengekommen. Die Unternehmung "dorthin gehen, wo Menschenmassen zugegen sind" existiert einfach nicht mehr in meinem Leben. Wurde ersatzlos gestrichen. Ich bin daher verdammt überrascht, als ich Rüdi mitteile: „Komm, wir gehen shoppen. Der Nervensäge grad zom Bossa*“. Obwohl Rüdi Hohenloher Franke ist, versteht er das Anliegen seiner Schwäbin sofort. Die Chance will auch er sich nicht entgehen lassen, da sie einem Weltwunder gleicht.

Die Nervensäge schreit entsetzt auf. Droht mir und wird fuchsteufelswild, weil ich sie so böse veräpple heut. Macht richtig Spaß und das Chaos im ersten Klamottenladen mir daher gar nichts aus. Schadenfreude vertreibt scheinbar Ängste. Muss ich mir merken und des Öfteren anwenden.



 

*Ein schwäbischer Ausdruck, der sinngemäß, mit leicht boshaftem Unterton, aussagen soll: Jetzt erst Recht!

 



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